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UPWürzburgs starke Gründerszene

ZDI als Erfolgsmodell

Im futuristischen Cube (Gebäude rechts) können junge Gründer ihre Ideen in der Praxis entwickeln. Danach geht es in den Tower (links im Bild), wo man sich austauschen und netzwerken kann. Im futuristischen Cube (Gebäude rechts) können junge Gründer ihre Ideen in der Praxis entwickeln. Danach geht es in den Tower (links im Bild), wo man sich austauschen und netzwerken kann. Dr. Christian Andersen

Als sich die Stadt im Jahr 2016 bei einem Projekt des Freistaates Bayern bewarb, bei dem es um die Förderung von Gründerzentren ging, konnte man nicht damit rechnen, dass es so schnell geht: Das Zentrum für Digitale Innovation Mainfranken schrieb in nur fünf Jahren eine Erfolgsgeschichte. 

Sie nennen sich Cube, Tower und Inkubator: Gemeinsam schreibt das Dreigestirn innerhalb kurzer Zeit bereits eine Erfolgsgeschichte, was die Gründerszene in Würzburg betrifft. Hinter dem Ganzen steckt das Zentrum für Digitale Innovation Mainfranken, kurz ZDI. UP Magazin sprach mit Projektleiter Klaus Walther und Netzwerkmanager Dr. Christian Andersen des ZDI.

Klaus Walther erinnert sich noch gut daran, als das Zentrum für Digitale Innovation Mainfranken nicht mehr war, als ein Antrag. „Es ist erstaunlich, in welcher kurzen Zeit wir alles geschafft haben — von der Antragstellung bis zu den Bauprojekten und der Einrichtung.“ Alles begann im Jahr 2016, als sich die Stadt beim bayerischen Förderprojekt „Wettbewerb zur Förderung von Gründerzentren und Netzwerkaktivitäten im Bereich Digitalisierung“ bewarb.

Würzburg hatte bereits eine lebendige Gründerszene, mehrere Gründerzentren und nicht zuletzt über Uni und FH sowohl wissenschaftliches wie auch wirtschaftliches Potential. Die Idee war, mit Ideenlabor, Gründerlabor und Inkubator ein dreistufiges Angebot zur Verfügung zu stellen, bei dem Gründer in jeder Phase Unterstützung finden.

Aus dem Ideenlabor wurde der Cube, der würfelförmige Bau auf dem Gelände der ehemaligen Landesgartenschau auf dem Hubland. In der offenen und hellen Haus-in-Haus Lösung ist sozusagen der Beginn: Hier können Gründer, zum Beispiel Studenten der benachbarten Universität, ihre Ideen ausprobieren. Dank der Ausstattung von der Fräse bis zum 3-D-Drucker können hier sogar Prototypen hergestellt werden.

Ebenfalls im Cube: ein Studio für Video- und Audiobearbeitung. Der Cube mit seiner Grundfläche von 400 Quadratmetern war 2018 die erste Komponente, die fertiggestellt war. „Ohne die Landesgartenschau im gleichen Jahr wäre es nicht so schnell gegangen“, ist sich Klaus Walther sicher.

Kurz darauf öffneten die Räumlichkeiten im Tower, dem ehemaligen Flugplatz-Tower der amerikanischen Streitkräfte, der ebenfalls zur Landesgartenschau renoviert wurde und außer dem ZDI die Stadtteilbücherei beheimatet. Im Tower dreht sich alles ums Netzwerken und das Erarbeiten von Entwürfen per „Design Thinking“. Kernstück ist der 200 Quadratmeter große Raum, mit seinen Sitzecken für Arbeitsgruppen.

2019 gesellte sich der Inkubator dazu: Hier geht es zur Sache, denn hier können die Gründer unweit von Cube und Tower ihre Geschäftsidee vermarkten. 30 Büros stehen hier den jungen Firmen zu sehr günstigen Bedingungen zur Verfügung — mit einer Beschränkung: mehr als drei Büros darf eine junge Firma nicht anmieten.

Obwohl das Dreigestirn erst seit etwa eineinhalb Jahren komplett ist, schreibt das ZDI bereits jetzt eine Erfolgsgeschichte. Alle 30 Büros im Inkubator sind komplett belegt. Und trotz der Corona-Maßnahmen funktioniert das Netzwerken perfekt.

„Wir haben unsere Treffen und die Gruppenarbeit im Tower auf Online-Konferenzen umgestellt und das klappt hervorragend“, berichtet Dr. Christian Andersen. Wo es möglich war, griff man auf hybride Formen zurück. Das heißt: Ein Teil der Workshop-Besucher traf sich unter Hygienemaßnahmen im Tower, andere Teilnehmer schalteten sich per Video-Konferenz dazu.

„Die Hybrid –Konferenzen sind so gut besucht und erfolgreich, dass wir dieses System sicherlich auch nach Corona beibehalten werden“, so der Netzwerkmanager. Trotzdem freuen sich die Verantwortlichen des ZDI darauf, wenn man wieder unter normalen Bedingungen in Cube, Tower und Inkubator arbeiten kann.

„Die Kontakte zwischen den Gründern ergeben sich fast von selbst.“ Als Beispiel nannte Dr. Andersen die junge Firma Zeus, deren Gründer aus Irland kommen und die ihre Heimat im Inkubator des ZDI gefunden hat. Zeus vermietet Elektroroller in Würzburg und bei den schwarzen Gefährten, die wie Tretroller aussehen, müssen die Batterien täglich gewechselt werden.

Und weil die ebenfalls im Inkubator beheimatete Lieferfirma Mamaa’s ohnehin täglich im Stadtgebiet unterwegs ist, beschlossen die beiden, die Synergie-Effekte zu nutzen und man arbeitet zusammen.

 

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