UP Magazin

UPStadt und Landkreis bewarben sich bei Modellprojekt

Würzburg wird zur Smart City

Würzburg wird zur Smart City Rainer Maiores

Mit den Modellprojekten Smart Cities will die Bundesregierung Kommunen unterstützen, die Digitalisierung im Sinne einer integrierten, nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung gestalten. Auch Würzburg wurde für das Förderprogramm ausgewählt. Wir sprachen mit Fachbereichsleiter Klaus Walther darüber, was sich dahinter verbirgt.

Würzburg ist auf dem Weg zur Smart City. Stadt und Landkreis haben sich erfolgreich an einem Wettbewerb der Bundesregierung beworben, bei dem die digitale Modernisierung der Kommunen in Modellprojekten gefördert wird. Was das konkret bedeutet, darüber sprach UP Magazin mit Klaus Walther, Fachbereichsleiter Wirtschaft, Wissenschaft, Standortmarketing der Stadt Würzburg.

Die Nachricht, dass Stadt und Landkreis zu den Gewinnern des Wettbewerbs gehört, ist noch ganz frisch. Ab 1. Januar 2022 startet die einjährige Strategiephase, gefolgt von vier Jahren Umsetzungsphase. „2022 werden wir Grund-ideen entwickeln und erarbeiten, welche Probleme wir lösen wollen. Das kann in Workshops sein, in Gesprächen mit Institutionen, aber auch mit Bürgerinnen und Bürgern.“

Eine erste Gliederung möglicher Projekte und angedachter Maßnahmen wurde bereits im Antrag vorgeschlagen: „Kommunikation, Partizipation und Datensouveränität sind die drei Säulen, auf die wir mit stadt.land.smart, dem Smart City Programm für Stadt und Landkreis, aufbauen wollen.“ Nach dem ersten Jahr der Strategiephase sollen unter der Zielrichtung soziale Resilienz konkrete Ergebnisse stehen. Als Beispiel für eine konkrete Maßnahme nennt Klaus Walther die Einrichtung von Orten, an denen man sich treffen kann, die aber auch den Anschluss an moderne und schnelle Kommunikationsmittel bereit stellen — so genannte Smart Places.

Kommunikation
Wie so etwas genau aussehen könnte, ist noch offen. „Unsere Idee ist, im Freien Räume zu schaffen, die barriefrei zugänglich sind und digitale Nutzung vom WLAN bis zum Ladekabel ermöglichen. Wie dieser Raum später tatsächlich gestaltet sein wird, soll der Diskussionsprozess während der Strategiephase ergeben. Es geht auch um den Abbau der Einsamkeit. Im Idealfall schaffen wir generationsübergreifende Orte, an denen sich alle treffen können.“

Doch nicht nur kommunikative Orte in Würzburg und den Landkreisgemeinden sind angedacht. Möglich wären auch neue Softwarelösungen für Gruppen, die sich austauschen wollen. In der Strategiephase ist man offen für Vorschläge und Entwicklungen.

Bei diesen Beispielen ist man bereits mitten im Thema Kommunikation — einer der drei Kategorien, die man bei den Maßnahmenvorschlägen zum Förderprogramm bereits festgelegt hat. Gefördert wird die Kommunikation sowohl analog, als auch digital. Für Klaus Walther heißt das: „Das kann der Baum vor besagtem Treffpunkt sein, um ihn zu verschönern und zweckmäßig zu gestalten, aber eben auch eine Software, um Netzwerke zu schaffen.“

In der Strategiephase nächstes Jahr sollen Ergebnisse erarbeitet werden, wie der Punkt Kommunikation tatsächlich mit Leben gefüllt wird. Zunächst geht es auch darum, die Menschen zum Thema Smart City zu erreichen. Dabei setzt das stadt.land.smart Team auf Multiplikatoren wie Vereine und Verbände.

Partizipation
„Die Partizipation folgt daraus, wenn Menschen mit uns kommunizieren und sich an Projekten beteiligen“, so der Fachbereichsleiter weiter. Auch diese Partizipation kann digital, aber ebenfalls auf analogem Weg erfolgen — denn niemand soll ausgeschlossen werden.

Eine Bürgerversammlung nach altem Muster ist daher ebenso möglich, wie Online-Konferenzen oder hybride Lösungen, wie sie jetzt schon mehrfach genutzt werden. „Wobei unser klarer Wunsch — zumindest nach der Idee — der nach digitalen Lösungen ist. Deswegen muss sich aber nicht alles digital abspielen.“

Teil der Idee ist auch, „die Menschen aus der Einsamkeit zu holen und ihnen die Möglichkeit der Teilnahme zu geben. Es gibt immer eine gewisse interessierte Minderheit, die auch meinungstragend ist. Wir würden es aber begrüßen, wenn sich noch mehr in das gesellschaftliche Leben einbringen.“
Eines der Ziele ist daher, die Partizipation so zu standardisieren, dass sie ebenso einfach ist wie die Benutzung eines Smartphones. So will man den Zusammenhalt stärken, die Vernetzung erleichtern und letztlich auch die Einsamkeit reduzieren. „Wir können aber nur Angebote machen und die Menschen darauf aufmerksam machen, dass es diese überhaupt gibt. Und dann gehört natürlich auch eine gewisse Bereitschaft dazu, diese Dinge auch anzunehmen.“

Datensouveränität
Immer, wenn es um digitale Medien geht, gehört natürlich die Datensouveränität — die dritte Säule von Smart City à la Würzburg — mit dazu. Für Klaus Walther ist daher klar, dass der Schutz der Daten Vorrang hat. „Unsere Daten müssen auf deutschen oder europäischen Servern liegen, wo sie vor Abhören oder Missbrauch geschützt sind.“

Bei der Software setzt das stadt.land.smart – Team auf so genannte Open Source Lösungen, für die man keine Lizengebühren bezahlen muss und die an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. So hat man bereits die Open Source Software „Consul“, entworfen für die Bürgerbeteiligung, implementiert und angepasst, sowie erfolgreich für diverse Bürgerbeteiligungen in Würzburg im Einsatz.

Ein weiteres Beispiel ist der Open Data Server der Stadt Würzburg, der Daten kostenlos und frei zugänglich zur Verfügung stellt. Neben der Bereitstellung von städtischen Statistiken und Echtzeit-Informationen, hat das stadt.land.smart - Team z.B. das Corona Dashboard entwickelt, auf dem man täglich alle wichtigen Informationen, Werte und Regeln zu unserem Corona-Alltag an einer Stelle findet: https://opendata.wuerzburg.de/pages/coronadashboard/

Das Thema Netzwerk gilt übrigens auch für alle Städte und Kommunen, die am Smart City Programm beteiligt sind. „Das BMI hat eine spezielle Plattform eingerichtet, wo sich alle Städte, die den Zuschlag bekommen haben, austauschen. Wir haben uns beispielsweise auf das Thema soziale Resilienz spezialisiert und unsere Lösungen werden allen anderen Städten zur Verfügung stehen – und natürlich umgekehrt.“ Klaus Walther ist sich sicher, dass diese sinnvolle Vernetzung auch über die Laufzeit des Smart City Projekts hinaus bestehen bleiben wird.
Beteiligt am stadt.land.smart Programm sind Stadt und Landkreis Würzburg, also auch alle 52 Landkreisgemeinden. Wer sich letztlich davon einbringt und auch den Bedarf dazu hat, wird sich während des Projekts zeigen. Koordiniert wird das stadt.land.smart Team vom Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft und Standortmarketing der Stadt Würzburg sowie der Kreisentwicklung einschließlich Beteiligungsmanagement des Landratsamts Würzburg.

Das interkommunale stadt.land.smart-Team (SLS-Team) setzt sich aus Mitarbeitern des Fachbereichs Wirtschaft, Wissenschaft, Standortmarketing der Stadt Würzburg sowie Kollegen und Kolleginnen aus dem Landratsamt zusammen. Das bestehende Team wird ab Herbst 2021 sukzessive erweitert, damit die Maßnahmen und Projekte aus der Strategiephase effizient umgesetzt werden können. Dafür wird für das SLS-Team ein „Coworking Newsroom“ eingerichtet. Mithilfe realer Orte und digitaler Tools werden projektorientierte Arbeitsstrukturen geschaffen, die die Syergieeffekte in und zwischen allen beteiligten Akteuren erhöhen sollen.

Mehr unter:
https://www.wuerzburg.de/unternehmen/smart-city/index.html

 

UP - Der Überblick

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Würzburg wird zur Smart City

Würzburg wird zur Smart City

Mit den Modellprojekten Smart Cities will die Bundesregierung Kommunen unterstützen, die Digitalisierung im Sinne einer integrierten, nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung gestalten. Auch Würzburg wurde für das Förderprogramm ausgewählt. Wir sprachen mit Fachbereichsleiter Klaus Walther darüber, was sich dahinter verbirgt.

Mehr >

Bürgerdialog Wasser

Bürgerdialog Wasser

Um ein wichtiges Gut ging es im Bürgerdialog Wasser, an dem Bürgervertreter aus Würzburg, Oldenburg, Cottbus und Mannheim beteiligt waren. Diplom-Geologin Uta Böttcher wurde als einer von vier Bürgerbotschaftern für Würzburg gewählt und berichtet im UP Magazin über den Nationalen Wasserdialog und die Wasserversorgung in Würzburg.

Mehr >

Neuer Kreisel in der City

Neuer Kreisel in der City

Die Bauarbeiten an der Kreuzung Haugerpfarrgasse, Textorstraße und Bahnhofstraße sollen noch dieses Jahr beendet werden. Dann ziert ein kleiner, bepflanzter Kreisverkehr das Straßenbild vor der Hauger Kirche. Im nächsten Jahr wird der kleine Platz an der Ecke Haugerpfarrgasse und Bahnhofstraße umgestaltet — mit Bäumen, Sitzbänken und...

Mehr >

Ein Geschäftsjahr in Luft aufgelöst

Ein Geschäftsjahr in Luft aufgelöst

Touristisch gesehen führten die Zahlen in Würzburg in den vergangenen Jahren nur in eine Richtung: nach oben. Der Einbruch durch die Corona-Maßnahmen war enorm und traf die Branche in allen Bereichen schwer. Ein Gespräch mit Würzburgs Tourismusdirektor Björn Rudek.

Mehr >

Reisen

Die Stadt um den Palast

Die Stadt um den Palast

Sie ist die zweitgrößte Stadt Kroatiens, schmiegt sich zwischen den Mosor-Bergen und der Adriaküste in die kroatische Landschaft und wurde rund um einen Kaiserpalast gebaut: Wer Split besucht, bekommt pulsierendes Leben, ein Weltkulturerbe und eine Promenade, auf der sich trefflich flanieren und genießen lässt.

Mehr >
Website Realisation: CATLINE print & web | © UP Magazin 2016