UP Magazin

UPEröffnung des Kopfbaus in der kommenden Spielzeit

Lampenfieber im Kopfbau

Die Vorfreude auf die neue Spielzeit des Mainfranken Theaters ist groß. In wenigen Wochen soll der neue Kopfbau mit Kleinem Saal, zwei Proberäumen und Balletsaal in Betrieb gehen. Hier der Geschäftsführende Direktor Dirk Terwey vor der geschwungenen Treppe im Foyer. Die Vorfreude auf die neue Spielzeit des Mainfranken Theaters ist groß. In wenigen Wochen soll der neue Kopfbau mit Kleinem Saal, zwei Proberäumen und Balletsaal in Betrieb gehen. Hier der Geschäftsführende Direktor Dirk Terwey vor der geschwungenen Treppe im Foyer. Uta Böttcher

In der kommenden Spielzeit soll — wenn alles klappt — der neue Kopfbau des Mainfranken Theaters in Betrieb genommen werden. Im Moment gehen die letzten Arbeiten über die Bühne. Der Kleine Saal, zwei Probenräume und der Balletsaal sind dann bereit für die Künstler und Gäste. Das Lampenfieber vor der Eröffnung ist bereits jetzt in den Räumen fast greifbar.

Es ist keine einfache Baustelle: Sie kostet mehr als geplant, sie dauert länger als geplant, der ursprüngliche Architekt ist insolvent. Aber: Der neue Kopfbau des Mainfranken Theaters steht kurz vor der Vollendung und die Vorfreude auf die neuen Räume ist beim Ensemble groß — denn in der kommenden Spielzeit sollen die neuen Säle bespielt werden. UP Magazin durfte den Neubau bei einem Rundgang mit Dirk Terwey, dem Geschäftsführenden Direktor des Mainfranken Theaters, vorab besichtigen.

Obwohl der neue Kopfbau noch mit einer Wand vom alten Bestandsbau abgetrennt ist, fällt eines auf: Hier ist nichts mehr eng und kleinteilig, hier herrscht Weite und Größe. „Wir möchten den Raum sprechen lassen“, umschreibt Dirk Terwey das architektonische Konzept des neuen Baukörpers. Die mutig geschwungene Treppe beherrscht das Bild im Foyer. Das imposante Äußere des neuen Mainfranken Theaters mit seinem über die ganze Fassade reichenden Stadtbalkon setzt sich auf diese Weise im Inneren fort. Die großen LED Tafeln links und rechts an der Frontseite prägen mit ihren plakativen und bunten Ankündigungen das Bild des zukünftigen Staatstheaters mit — sind aber derzeit aus Energiespargründen ausgeschaltet.


Im Inneren sind im Kopfbau nur noch wenige Arbeiten offen. „Es sind die berühmten Zentimeter oder gar Millimeter, die im Moment noch fehlen“, so Dirk Terwey. „Aber gerade diese noch ausstehenden Kleinigkeiten abzuarbeiten: Das ist dann tatsächlich noch einmal eine Aufgabe.“

Erkennbar sind schon die Theken für Garderobe und Kasse. Auch die Küche für die Gastronomie, die unabhängig von den Öffnungszeiten des Theaters arbeiten wird, ist eingebaut. An diversen Stellen sind noch Malerarbeiten nötig, Elektrokabel hängen bisweilen noch lose aus der Wand und warten auf Schalter und Dosen. Und es fehlen noch Einbauten und die Möblierung wie zum Beispiel die Sitzbänke im weiträumigen Foyer.

Noch wichtiger sind aber die baufachliche Abnahme, die noch ins Haus steht, sowie die Inbetriebnahme der technischen Einrichtungen wie der Lüftung. Ein riesiger Raum im Neubau steht alleine der Lüftungs- und anderer Technik zur Verfügung. Und: Auch alles, was den Brandschutz angeht, muss noch einer Überprüfung unterzogen werden.

„Erst dann können wir das Theater in Betrieb nehmen und für das Publikum öffnen.“ Ein genauer Zeitpunkt lässt sich daher noch nicht festlegen. Dirk Terwey rechnet aber in wenigen Wochen mit den ersten Zuschauern im neuen Kopfbau des Mainfranken Theaters.

Das Kleine Haus ist das Kernstück des neuen Kopfbaus und bietet 330 Besuchern Platz. | Foto: Uta BöttcherDas Kleine Haus ist das Kernstück des neuen Kopfbaus und bietet 330 Besuchern Platz. | Foto: Uta BöttcherDas Kleine Haus steht sozusagen schon Gewehr bei Fuß. Auf den ersten Blick könnte man meinen, die ersten Aufführungen könnten bereits morgen über die Bühne gehen. Die Bestuhlung ist eingebaut, wird aber noch von einer Plane geschützt. Aufzüge und Bühnentechnik sind startbereit, die Scheinwerfer an der Decke warten auf ihren Einsatz. Sogar die ersten Bühnenteile für die Eröffnungspremiere sind zu sehen.

Das Kleine Haus soll im späteren Gesamtkonzept schwerpunktmäßig für das Schauspiel zur Verfügung stehen, als Ergänzung für das Musiktheater im Großen Haus. „Würzburg wird dann mit dem neuen gesamten Haus ganz andere Optionen haben, um ein Spielplanangebot zu erstellen. Es ist qualitativ noch einmal ein Sprung, was unsere Möglichkeiten künftig betrifft. Die Generalsanierung war ja auch im Hinblick auf die Förderung verbunden mit einer funktionalen Ertüchtigung des Hauses “

Ein paar Schritte vom Kleinen Haus liegt die Maske, wo die Einbauten bereits fertig sind und man das Lampenfieber förmlich schon spüren kann. Moderne Schmink-Plätze in warmen Holztönen, flankiert von Lichtsäulen warten auf die Künstler.

Spektakulär — sowohl von außen, als auch von innen — ist der Proberaum für das Ballett. Die Glasfront zur Theaterstraße lässt beides zu: die neugierig machenden Blicke von außen genauso, wie den Blick der Tänzerinnen und Tänzer auf das städtische Treiben vor dem Haus während der Proben. Transparenz ist ebenfalls eine der Eigenschaften des neuen Theaters. Es ist ein Arbeitsplatz, wie ihn sich Künstler sicher nicht besser wünschen könnten.

Zwei Probebühnen runden das Raumangebot im neuen Kopfbau des Mainfranken Thaters ab. Auch sie sind weitgehend fertig. Im größeren der beiden Säle werden während der Übergangszeit, bis der Bestandsbau erneuert sein wird, ebenfalls Vorstellungen über die Bühnen gehen. Damit hat das Mainfranken Theater in dieser Zeit drei feste Veranstaltungsräume: die Theaterfabrik Blaue Halle in der Dürrbachau mit 500 Sitzplätzen, das Kleine Haus mit 330 Plätzen sowie der größere der beiden Proberäume mit 120 bis 130 Plätzen, beide im Neubau.

Bild oben: Transparenz prägt das neue Mainfranken Theater. Der Ballettprobenraum gewährt Einblicke — aber auch Ausblicke. | Foto: Uta BöttcherBild oben: Transparenz prägt das neue Mainfranken Theater. Der Ballettprobenraum gewährt Einblicke — aber auch Ausblicke. | Foto: Uta BöttcherAuf sich warten lässt der Umbau des Bestandsgebäudes, mit dessen Fertigstellung erst 2026 zu rechnen ist. Erst dann wird also das neue Mainfranken Theater komplett sein, erst dann werden die jetzt noch trennenden Zwischenwände fallen und das komplette neue Haus für die Würzburger Theaterfreunde zur Verfügung stehen.
Der Baukörper für den im Umbau befindlichen alten Teil des Theaters steht bereits in groben Zügen. Bereits jetzt erkennbar: der neue Malersaal mit seinen enorm hohen Wänden und den riesigen Türen für die Kulissen. Die neue Schneiderei ist flankiert von großen Glaswänden hin zur Oeggstraße. Hier lässt es sich hell und augenfreundlich arbeiten. Der Sitzreihen im ehemaligen Großen Haus sind bis auf den Betonboden abgerissen, im Orchestergraben klafft ein tiefes Loch. Das alte Haus ist in weiten Bereichen entkernt, die Neubauten sind bis auf den neuen Orchesterprobenraum in die Höhe gezogen worden. An seiner Stelle klafft noch eine riesige Lücke mitten im Bau.

Gearbeitet wird auch bei der Orchesterprobe mit Betonfertigteilen, erläuterte Bauleiter Normen Raneberg von Otto Heil, einer der bauausführenden Firmen des Projekts, gegenüber dem UP Magazin. Das heißt: Es werden Fertigbalken aus Beton und anschließend die Bodenebene mit Fertigteildeckenplatten gelegt. Nach Herstellung der Bodenebene werden die zehn Meter hohen Wände aus Stahlbeton hergestellt. Hat man die gewüschte Endhöhe erreicht, wird der Raum mit Fertigdecken aus Beton abgedeckt.

Im Oktober geht es mit den Vorarbeiten los. Ende des Jahres, spätestens Anfang des Jahres wird auch die Orchesterprobe stehen — und damit zumindest der Rohbau des Bestandsgebäudes fertig sein. Zu diesem Zeitpunkt könnte auch eine geordnete Übergabe vom bisherigen Architekten an das neue Architekturbüro erfolgen. Eine Ausschreibung für das neue Büro läuft derzeit.

 

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