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UPAutohaus Brückner & Hofmann feiert zehntes Jubiläum

Im Eiltempo zum eigenen Autohaus

Vom Autoverkäufer zum Autohauseigentümer: Vor zehn Jahren starteten Andreas Hofmann (links) und Michael Brückner das Abenteuer vom eigenen Autohaus. Es wurde zur Erfolgsgeschichte. Vom Autoverkäufer zum Autohauseigentümer: Vor zehn Jahren starteten Andreas Hofmann (links) und Michael Brückner das Abenteuer vom eigenen Autohaus. Es wurde zur Erfolgsgeschichte. Uta Böttcher

Vor zehn Jahren starteten Andreas Hofmann und Michael Brückner das Abenteuer vom eigenen Autohaus – mit schlaflosen Nächten und der Suche nach einer Finanzierungsbank. Schon fünf Jahre später wurde das alte Firmengebäude zu klein und Brückner & Hofmann baute ein neues Autohaus am Kürnacher Wachtelberg. Eine Erfolgsgeschichte im Tempo eines Jaguar F-Type.

von Rainer Adelmann

Hört man den Namen Jaguar, denkt man an schnelle Autos und fabulöse Beschleunigungswerte von Tempo 0 auf 100. Dieses Tempo haben sich offensichtlich auch Andreas Hofmann und Michael Brückner angeeignet: Als sich abzeichnete, dass ihr bisheriger Arbeitgeber das Autohaus nicht mehr fortführte, übernahmen sie es einfach. Und: Schon nach fünf Jahren wurde das alte Firmengebäude zu klein und man musste ein neues bauen. In diesen Tagen feiert das Autohaus Brückner & Hofmann zehnjähriges Bestehen. Eine Erfolgsstory im F-Type Tempo.

Doch zurück zum Anfang, denn natürlich ist der Weg vom Autoverkäufer zum Autohausbesitzer nicht gerade üblich und mit Sicherheit kein Kinderspiel. Im Gespräch mit dem UP Magazin erzählen Andreas Hofmann und Michael Brückner von den Anfängen und von den Schwierigkeiten.

Im Grunde begann es bei dem berühmten Glas Bier, oder besser: Beide setzten sich zusammen, um über ihre Zukunft zu reden. Gemeinsam arbeiteten sie in einem Autohaus, das die britischen Nobelmarken Jaguar und Land Rover in Würzburg vertrieb. Beide waren Verkäufer: Michael Brückner im Bereich Land Rover und Andreas Hofmann hatte sich der Produktpalette von Jaguar angenommen. „Weil unser bisheriger Arbeitgeber das Autohaus nicht mehr fortführte, waren wir gezwungen, uns etwas anderes zu suchen“, so Andreas Hofmann.

Ein Bild aus der Anfangszeit vor rund zehn Jahren (von links): Andreas Hofmann, Diana Hannawald und Michael Brückner. | Foto: Brückner & HofmannEin Bild aus der Anfangszeit vor rund zehn Jahren (von links): Andreas Hofmann, Diana Hannawald und Michael Brückner. | Foto: Brückner & HofmannDoch statt Jobsuche gab es plötzlich noch eine ganz neue Idee: „Eigentlich sind wir beide gleichzeitig darauf gekommen“, erinnert sich Michael Brückner. Und dieser Geistesblitz beschäftigte sich mit der Frage: „Warum übernehmen wir nicht das komplette Autohaus?“

Beide kannten die Produktpalette von Jaguar und Land Rover, beide wussten um die Modelle, die in den vergangenen Jahren immer aufwändiger und damit arbeitsintensiver für die Verkäufer wurden. Die Erfahrung und das Wissen waren also vorhanden. Dennoch entspricht der Schritt zum Autohauseigentümer in etwa einer Größenordnung wie im geflügelten Wort vom Tellerwäscher zum Millionär.

Den gemeinsamen Treffen folgte die Tat: Zunächst galt es eine Bank zu finden, die vom Projekt ebenso überzeugt war, wie die künftigen Unternehmer. Andreas Hofmann war zu diesem Zeitpunkt 46 Jahre alt, Michael Brückner 39. Eine Bank nach der anderen erteilte eine Absage, obwohl man sich eigens von einer Beraterfirma einen Businessplan hatte erstellen lassen. Kein Wunder, 2009 war das Jahr der Wirtschaftskrise und die Geldgeber waren vorsichtig.

Und: Ihr „Start up“ fiel ausgerechnet in eine Zeit, „in der keiner etwas auf die Automobilbranche gegeben hat“, so Andreas Hofmann. Hinzu kam, dass Jaguar und Land Rover als exotische Automarken galten. Eine denkbar schlechte Ausgangsposition also, um in dieser Branche den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen.

Sieben Banken lehnten ab, und selbst bei derjenigen, die schließlich zusagte, klappte es erst im dritten Anlauf. Die Raiffeisenbank Estenfeld-Bergtheim vertraute den Firmengründern und wurde seitdem zur Hausbank. Im Nachhinein beschreibt Michael Brückner die damalige Bankensuche als „Hickhack“: „Die Bank sagte, wenn der Hersteller kein Geld gibt, warum sollen wir ins Risiko gehen? Und der Hersteller sagte, warum sollen wir vertrauen, wenn die Bank nicht vertraut? Schließlich fanden wir einen gemeinsamen Nenner und wurden uns einig.“

Im Grunde genommen war der Konzern – die indische Tata-Gruppe hatte Jaguar Land Rover erst ein Jahr davor übernommen – aber glücklich darüber, dass es für die Marken keinen weißen Fleck auf der Landkarte gab, sondern Verkauf und insbesondere auch Wartung und Werkstatt in Würzburg weitergeführt werden konnten.

Die Übernahme der beiden renommierten britischen Marken Jaguar und Land Rover durch den Tata-Konzern entpuppte sich als Glücksfall für den Aufbau des neuen Autohauses Brückner & Hofmann. Hatte der vorherige Eigentümer Ford das Potential der beiden Nobelmarken eher schleifen lassen, kehrten Land Rover und Jaguar zu den alten Stärken zurück, indem ihnen der Tata-Konzern ermöglichte, komplett neue Autos zu entwickeln.

Der Range Rover Evoque erwies sich von Beginn an als Verkaufsschlager. Im vergangenen Jahr ging er in die 2. Generation. | Foto: Uta BöttcherDer Range Rover Evoque erwies sich von Beginn an als Verkaufsschlager. Im vergangenen Jahr ging er in die 2. Generation. | Foto: Uta BöttcherAls die Unterstützung der Bank in trockenen Tüchern war, ging es im üblichen Eiltempo weiter: im Oktober 2009 die Zusage der Bank, am 3. November die Eröffnung des Autohauses Brückner & Hofmann. Der Schritt in die Selbständigkeit bescherte freilich etliche schlaflose Nächte – und das bei ohnehin extrem langen Tagen. „Wir waren schlagkaputt, sind um sechs Uhr früh in die Firma und um 22 Uhr nach Hause“, beschreibt Michael Brückner die Anfangszeit.

Gottseidank zeigte sich bereits nach vier Wochen, dass der Plan funktionierte. „Wir merkten im Grunde schon nach dem ersten Monat an den Kennzahlen, dass es sich rechnet“, so Andreas Hofmann. Der Schlaf konnte also ein bisschen ruhiger werden, Vertrauen zogen die beiden Firmengründer aber auch aus der Konzernpolitik: „Tata hat die Marke komplett neu erfunden, und wir wussten, dass vor allem bei Land Rover in Kürze neue erfolgversprechende Modelle auf den Markt kommen würden.“

Vor allem der Range Rover Evoque – 2010 angekündigt und 2011 auf den Markt gebracht – mischte die Konkurrenz auf und entwickelte sich zum Verkaufsschlager. Auch Jaguar folgte mit neuen Modellen: „Und jedes war vom Design her schöner als das andere.“

Für die Firmengründer änderte sich die Arbeitsweise von nun an grundlegend: „Plötzlich hatten wir ganz andere Probleme“, beschreibt Andreas Hofmann. „Vorher waren wir nur im Verkauf, wo es darum ging, die Kunden zufriedenzustellen. Nun kamen die Mitarbeiter mit ihren Problemen zu uns. Dazu gesellten sich die Verhandlungen mit der Bank und dem Hersteller. Es war eine spannende Zeit und wir befanden uns in einer Art Findungsphase.“

Die Mitarbeiter hatte das neue Führungsteam vom Vorgänger übernommen, acht Mitarbeiter waren es damals, 22 sind es heute. Und im bereits bekannten Tempo ging es weiter: Schon nach fünf Jahren zeigte sich, dass die Werkstatt zu klein geworden war. Aber auch der Ausstellungsraum geriet an seine Grenzen. Das noch junge Autohaus brauchte ein größeres Zuhause.
Man wollte weder eine Million Euro in das gemietete Areal in der Nürnberger Straße investieren, noch wollte der Eigentümer auf Anfrage sein Grundstück verkaufen. So begann die Suche nach einem neuen Baugrundstück. Weil in der Stadt und insbesondere im Gewerbegebiet an der Nürnberger Straße kein Objekt zu finden war, suchte man im Umland und wurde schließlich im Kürnacher Gewerbegiebiet Wachtelberg fündig – nicht zu weit von der Stadt und mit ausreichend Platz.

„Eigentlich kam der Neubau ein bisschen zu früh“, urteilt Andreas Hofmann. „Aber es hat ja geklappt“. Ausschlaggebend war letztlich, dass Jaguar Land Rover ohnehin ein neues Corporate Design und eine neue Corporate Identity vorgeschrieben hatte, die man im Neubau perfekt umsetzen konnte. Michael Brückner bringt es auf den Punkt: „Wir hatten ein Wachstum hingelegt, das wir im alten Autohaus nicht mehr bewältigen konnten.“

Nach zehn Jahren Erfolgsgeschichte ist auch ein Blick in die Zukunft erlaubt: In der Diskussion um SUV und Diesel sehen beide eine besondere Herausforderung, ebenso im Brexit, der sich bereits im dritten Jahr dahinschleppt. Auch diesmal vertrauen die beiden Autohausbesitzer auf die Marke und die Konzernpolitik.

„Im Thema Elektromobiltät hat Jaguar mit dem vollelektrischen I-Pace gut vorgelegt“, beschreibt Andreas Hofmann. „Und auch Land Rover hat mit den neuen Hybridfahrzeugen nachgezogen.“ Der neue Land Rover Defender, der im Herbst bei der IAA vorgestellt wurde, überzeugt schon jetzt mit beeindruckenden Verkaufszahlen – im Frühjahr geht er in die Auslieferung.

Die ursprüngliche Marken-Aufteilung haben beide für sich übrigens beibehalten. Aber: „Wer will, kann auch einen Jaguar bei Herrn Brückner kaufen oder einen Land Rover bei mir“, scherzt Andreas Hofmann. Und das gilt bestimmt auch für die nächsten zehn Jahre.

 

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