Logo
Diese Seite drucken
UPNach einem Jahr Bauzeit ist Heidingsfelder Rathausplatz fertig

Giemauls Schmuckstück

Der umgestaltete Rathausplatz ist das neue Schmuckstück in Heidingsfeld und steht kurz vor der Fertigstellung. Der umgestaltete Rathausplatz ist das neue Schmuckstück in Heidingsfeld und steht kurz vor der Fertigstellung. Rainer Adelmann

Direkt vor dem Heidingsfelder Giemaul hat sich etwas getan. Ein Jahr lang wurde vor den Augen des Hätzfelder Wahrzeichens gebaggert, betoniert und gepflastert – und die Bauzeit hat sich gelohnt: Der renovierte und umgestaltete Rathausplatz ist das neue Schmuckstück im „Städtle“.

Was der Innenstadt die neue Fußgängerzone Eichhornstraße ist den Hätzfeldern ihr neugestalteter Rathausplatz. Nach fast genau einem Jahr Bauzeit ist der neue Rathausplatz Ende November fertig, und das exakt in der geplanten Bauzeit. Das Giemaul, Heidingsfelds Wahrzeichen, blickt nun auf einen modernen gepflasterten Platz, mit neuer Technik unter der Erde und als neues Schmuckstück im „Städtle“ über der Erde.

Obwohl wegen des laufenden Verkehrs nicht unproblematisch, gab es während der Bauzeit keine größeren Komplikationen, so Projektleiter André Dorscheid im Gespräch mit dem UP Magazin. Um den Verkehr und die Fußgänger nicht komplett auszuschließen, wurden immer nur Teilstücke gesperrt. Die Passanten mussten sich freilich daran gewöhnen, dass je nach Bauabschnitt der freigegebene Weg immer mal wieder anders verlief.

Ein Großteil der Arbeiten betraf den Untergrund: Im Zuge der Neugestaltung des Rathausplatzes wurde unter anderem die Brücke über den Heigelsbach saniert. Hier war man erfreut, dass der Zustand der Brücke keine bösen Überraschungen mit sich brachte. Im Gegenteil: „Die Brücke zeigte sich in erstaunlich gutem Zustand“, so Dorscheid.

Während der Platz mit hellem Granit gepflastert wurde, musste man beim Brückenbelag auf Asphalt zurückgreifen, um die Statik nicht unnötig zu belasten. Der Asphalt wurde mit Moränensplit aufgehellt. So passt er sich optisch an das angrenzende Pflaster an.

Das Pflaster verlegte man in einem Diagonal-Muster, um den Platz ansprechender zu gestalten. Außerdem füllte man die Fugen nicht mit Beton, sondern die Steine liegen lose im Splittbett auf. Zum Einen lassen sich Reparaturen so leichter ausführen und zusätzlich sparte man sogar noch Geld. Der eigentliche Grund ist aber, der Pflasterung einen eher dörflichen Charakter zu verleihen.

Aufgeklappt: Polier Lars Hoheisel von der Würzburger Pflasterbau zeigt das Innenleben eines Unterflurverteilers vor dem Einbau in den Rathausplatz. | Foto: André DorscheidAufgeklappt: Polier Lars Hoheisel von der Würzburger Pflasterbau zeigt das Innenleben eines Unterflurverteilers vor dem Einbau in den Rathausplatz. | Foto: André DorscheidDie Fugen sollen sich im Lauf der Zeit – so wie früher – mit dem füllen, was sich eben so ansammelt. „Würzburger Fugendreck“ nennt Stadtplaner Peter Wiegand scherzhaft den Prozess der Fugenbildung. Aufpassen müssen indes die Straßenreiniger, dass sie vor allem zu Beginn nicht komplett den Splitt aus den Fugen saugen und kehren.

Unter der Erde geht es technisch zu: Drei große Unterflurverteiler wurden eingesetzt, die den Patz mit Strom und Starkstrom versorgen, wenn einmal Feste darauf gefeiert werden – zum Beispiel an Fasching. Über der Erde zieren ein Baum und jener alte Brunnen den Platz, der nach dem Krieg sein Zuhause im Zehnthof in der Klosterstraße gefunden hatte. Er wurde behutsam restauriert und soll im Januar seinen Platz einnehmen. Und damit der Platz stets in rechtem Licht erscheint, beleuchten ihn künftig rund ein Dutzend Altstadtleuchten.

Rund zwei Millionen Euro sind für die Umgestaltung des Rathausplatzes inklusive der Brückensanierung vorgesehen. 40 Prozent der Summe stellt die Stadt, der Rest wird über die Städtebauförderung finanziert. Kein kleiner Brocken also – weswegen die Heidingsfelder sich auch eine ganze Weile gedulden mussten, bis ihr Rathausplatz an der Reihe war.

 

Website Realisation: CATLINE print & web | © UP Magazin 2016