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UPUnterirdisch und überirdisch schön

Von Höhlen und Aussichten

Oberirdisch und unterirdisch schön: Die Fränkische Schweiz ist bekannt für ihre Höhlen, bietet aber auch spektakuläre Ausblicke — wie hier auf Streitberg. Oberirdisch und unterirdisch schön: Die Fränkische Schweiz ist bekannt für ihre Höhlen, bietet aber auch spektakuläre Ausblicke — wie hier auf Streitberg. Uta Böttcher

Die Fränkische Schweiz hat etwas zu bieten: und zwar überirdisch und unterirdisch gleichermaßen. Über der Erde sind es Burgen, beeindruckende Natur und imposante Ausblicke, unter der Erde sind es zahllose Höhlen, geheimnisvoll und sagenumwoben, manchmal ein bisschen verwunschen und manchmal einfach nur atemberaubend.

Eineinhalb Autostunden von Würzburg entfernt liegt eine Art Märchenland: Mit Burgen und Höhlen, mit bizarren Felsformationen und spektakulären Ausblicken. Die Natur hat es hier gut gemeint und kräftig ihr Füllhorn ausgeschüttet, grüne Wälder zum Wandern, saftige Flussauen zum Entspannen, Felsen und Hügel mit Blick über das Land. Mit nichts anderem aber wurde die Fränkische Schweiz so gesegnet wie mit Höhlen. Über 1000 Stück sollen es sein, die hier im Laufe der Erdgeschichte entstanden sind.

Grund ist der Untergrund: Kalk- und Dolomitgesteine beherrschen das Karstgebiet zwischen Nürnberg, Bamberg und Bayreuth. Ein Vielzahl Höhlen entstand in der Region. Manche sind klein und nicht begehbar, manche riesig und man kann sie mit einer Führung erkunden, so wie die Binghöhle bei Streitberg, die Sophienhöhle bei Burg Rabenstein oder die berühmte Teufelshöhle bei Pottenstein.

Jede ist anders, jede hat ihren besonderen Reiz. Riesige unterirdische Hallen, gewaltige Tropfsteine und sogar Höhlenbärenskelette sind zu bestaunen. In der Sophienhöhle kann man von April bis Oktober sogar jeden Samstag einem Höhlenkonzert lauschen.

Nicht weniger attraktiv sind aber einige der kleineren Höhlen, die sich auf Touren durch die Fränkische Schweiz erwandern lassen. Wenn nicht gerade Hochsaison ist, kann man das Höhlenerlebnis alleine für sich oder nur mit wenigen Mitwanderern erleben. Vorsicht ist allerdings angebracht. Schnell hat man sich den Kopf gestoßen, wenn man unachtsam ist. Und eine Taschenlampe sollte man auf jeden Fall dabei haben, um nicht über einen Stein oder Geröll zu stolpern – und natürlich auch, um sich das Höhleninnere betrachten zu können.


Die Riesenburg ist eine imposante Versturzhöhle mit enormen Ausmaßen. Mehrere Felsbögen mit einer Spannweite bis zu 11,5 Metern bilden ein einzigartiges Naturdenkmal. Wie Brücken schwingen sich die Reste des eingestürzten Felsendachs in schwindelnder Höhe von einer Seite zur anderen. | Foto: Uta BöttcherDie Riesenburg ist eine imposante Versturzhöhle mit enormen Ausmaßen. Mehrere Felsbögen mit einer Spannweite bis zu 11,5 Metern bilden ein einzigartiges Naturdenkmal. Wie Brücken schwingen sich die Reste des eingestürzten Felsendachs in schwindelnder Höhe von einer Seite zur anderen. | Foto: Uta BöttcherZu den Höhlen, die sich einfach zu Fuß erreichen lassen, zählt zum Beispiel die Oswaldhöhle — benannt nach einem Einsiedler, der dort gewohnt haben soll. Man kann durch die Höhle hindurchwandern und auf der anderen Seite seinen Weg wieder aufnehmen. In der Höhle kann man ein stattliches Strudelloch sehen, manchmal findet sich auch noch schöner weißer Wandsinter. Die niedrigste Deckenhöhe ist 1,50 Meter. Also: Kopf einziehen.

Quackenschloss nennt sich eine Höhlenruine, deren Reste zu einem sehr hoch gelegenen und damit sehr alten Höhlensystem gehören. Die Felsengrotte ist drei Meter hoch und sechs Meter breit und nach zwei Seiten offen. Quacken nennen sich die eingeschlossen Versteinerungen, die der Höhle ihren Namen gaben. Um die Höhle rankt sich eine Sage, die von einem jungen Jäger, Zwergen und einer lieblichen Fee handelt. Mehr sei nicht verraten. Wer die Sage kennenlernen will, kann sie am Eingang des Quackenschlosses nachlesen.

Richtig spektakulär und gigantisch wird es aber bei der — Nomen est omen — Riesenburg. Die Riesenburg ist eine sogenannte Versturzhöhle und besteht aus den Überresten einer ausgedehnten Karsthöhle aus Frankendolomit. Mehrere Felsbögen mit einer Spannweite bis zu 11,5 Metern bilden ein einzigartiges Naturdenkmal. Die Gesamtlänge der Höhle beträgt 43 Meter bei einer Höhendifferenz von 25 Metern. Wie Brücken schwingen sich die Reste des eingestürzten Felsendachs in schwindelnder Höhe von einer Seite zur anderen.

Die Riesenburg war schon Anfang des 19. Jahrhunderts ein beliebtes Ausflugsziel. Einer der Besucher war unter anderem König Ludwig I. Daran erinnert der in den Fels gemeißelte Zweizeiler: „Folgend dem Windzug, kommen zum Felsen die Wolken und weichen, unveränderlich steht aber der Fels in der Zeit.“ Seit Juli 2007 gehört die Riesenburg offiziell zu den 100 bedeutendsten geologischen Naturwundern Bayerns. Übrigens: Vom 01. Oktober bis 31. März sind viele der Höhlen zum Schutz der Fledermäuse geschlossen.

Man sollte sich aber nicht nur auf das Unterirdische konzentrieren. Der Druidenhain beispielsweise macht seinem Namen alle Ehre: merkwürdige Felsformationen über der Erde, Steine, die von Wurzeln gesprengt oder umschlossen werden, ein Platz, der in der Tat Mystik und Magie ausstrahlt. Den besonders auffälligen Steinen hat der Voksmund Namen gegeben wie Wächter, Opferstein, Labyrinth oder auch Altar. Die einzelnen Felsblöcke des Hains sind zwei bis fünf Meter hoch, zwei bis sechs Meter lang und stehen in langen Zeilen in Nordwest-Südost-Ausrichtung aufgereiht.

Und: Die Fränkische Schweiz ist auch eine Region der spektakulären Aussichtspunkte. Immer wieder eröffnen sich bei den Wanderungen wunderbare Ausblicke in Täler, auf die Landschaft, auf Flüsse, auf Orte. Wer erst mal die Höhlen- und Höhenluft in der Fränkischen Schweiz geschnuppert hat, wird auf jeden Fall wiederkommen.

Mehr im Internet unter
www.fraenkische-schweiz.com

 

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