UP Magazin

UPDas Programm des Mainfranken Theaters für die Spielzeit 2019/2020

Letzte Saison im „alten“ Haus

Die vergangene Saison gefeierte Familienoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck steht ab dem 29. September erneut auf dem Spielplan des Mainfranken Theaters. Die vergangene Saison gefeierte Familienoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck steht ab dem 29. September erneut auf dem Spielplan des Mainfranken Theaters. Nik Schölzel

Es ist die letzte komplette Saison vor der Eröffnung des neuen Kleinen Hauses und vor der sanierungsbedingten Schließung des Großen Hauses: die Spielzeit 2019/2020 am Mainfranken Theater. Das neue Programm steht ganz im Zeichen der familiären Gemeinschaft. „Familienbande“ lautet das Leitmotiv der Saison.

Auch wenn das Mainfranken Theater derzeit vom Kardinal-Faulhaber-Platz aus wie eine Baustelle aussieht: Im Inneren laufen die Vorstellungen und das Theaterleben ungestört weiter, und für den Besucher ist nur wenig davon zu spüren, dass der Theaterbau saniert und erweitert wird. Wer freilich das „alte“ Mainfranken Theater nochmals erleben will, sollte in dieser Spielzeit kommen: Sie wird die letzte im bisherigen Bestand des Hauses von 1966 sein.

Reichlich Gesprächsstoff und gute Unterhaltung bietet im Musiktheater ein Spielplan, der mit Verdis Rigoletto in der Regie von Markus Trabusch (Premiere 12. Oktober 2019) oder mit dem Musical Evita (Premiere 30. November 2019) Hitverdächtiges präsentiert, der mit dem Goldenen Drachen von Peter Eötvös aber beispielsweise auch einen der meistgespielten Musikdramatiker der Gegenwart erstmals am Mainfranken Theater vorstellt (Premiere 25. Januar 2020). Eine tragische Zuspitzung problematischer Familienbeziehungen spiegelt die berühmte Geschichte von Romeo und Julia wider. Zu Gehör gebracht wird sie in Bellinis großer Belcanto-Oper I Capuleti e i Montecchi (Premiere 24. Mai 2020).

„Spannend scheint Bellinis Oper nicht zuletzt vor dem Hintergrund der parallelen Beschäftigung mit dem OEuvre Richard Wagners“, stellt Operndirektor Berthold Warnecke fest. Dem Zusammenhang lässt sich nachspüren in Wagners Musikdrama Das Rheingold, das das Mainfranken Theater mit der neuerlichen Unterstützung des Richard-Wagner-Verbands Würzburg-Unterfranken e.V. ab dem 14. März 2020 auf den Spielplan setzt.

Wie in kaum einem anderen Stück seiner Zeit verbindet sich in Schillers Schauspiel Kabale und Liebe auf radikale Weise der Kampf um eine romantische Liebe mit dem Aufbegehren gegen die Autorität der Väter und für das Recht auf Selbstbestimmung (Premiere 28. September 2019). Die berühmten Comedian Harmonists wiederum verlieren durch die rassistische nationalsozialistische Politik angesichts ihrer Familienbande ihre Auftrittsmöglichkeiten (Premiere 19. Oktober 2019).

Die deutschsprachige Erstaufführung 5 Kilo Zucker (Premiere 29. November 2019) ist eine außergewöhnliche Komödie des preisgekrönten israelischen Autors Gur Koren über die dritte Generation nach der Shoa. Stefan Wipplingers Wie Schnuppen von den Augen dreht sich um zwei beste Freunde, die wie Brüder sind, bis eine neue Nachbarin in ihr Leben tritt (Premiere 5. April 2020; ab neun Jahren). Die Uraufführung wird ermöglicht durch ein Stipendium, das vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum Frankfurt in Kooperation mit dem Deutschen Literaturfonds vergeben wird.

Sind wir Menschen durch unsere Ursprünge in Afrika nicht alle miteinander verwandt, fragt der Tanzabend Es war einmal… von Kevin O’Day (Premiere 3. November 2019). Der Artist in Residence lässt sich vom Leitthema „Familienbande“ zu seinem ersten abendfüllenden Werk für die Tanzcompagnie des Mainfranken Theaters inspirieren. Dabei setzt O’Day seine seit Jahrzehnten bestehende künstlerische Zusammenarbeit mit John King fort, der mit der Musik zum Stück beauftragt ist. Naked, „ein ohne Scheu schönes Stück“ (Frankfurter Rundschau), feierte bereits bei seiner Uraufführung 2016 am Nationaltheater Mannheim Erfolge. Nun kommt die Produktion von Dominique Dumais in einer Adaption für das Große Haus des Mainfranken Theaters nach Würzburg (Premiere 31. Januar 2020).

Mit Liebe zum Detail: Mit der Hand gezeichnete Kostümbildentwürfe, sogenannte Figurinen, für das Weihnachtsmärchen „Der Räuber Hotzenplotz“. | Entwurf: Stephanie Dorn Mit Liebe zum Detail: Mit der Hand gezeichnete Kostümbildentwürfe, sogenannte Figurinen, für das Weihnachtsmärchen „Der Räuber Hotzenplotz“. | Entwurf: Stephanie Dorn Archaische Geschichten und Bande sind der Bezug zum Spielzeitmotiv, mit dem sich die Ballettdirektorin des Mainfranken Theaters darüber hinaus in ihrer neuen Choreografie #mythos auseinandersetzen will (Premiere 25. April 2020). Der Abend wird musikalisch gestaltet vom Philharmonischen Orchester Würzburg unter der Leitung seines neuen Ersten Kapellmeisters und stellvertretenden Generalmusikdirektors Gábor Hontvári.

„Familienbande“ – ein in Musikerkreisen ebenfalls ergiebiges Thema – inspirierten auch den Konzertkalender der neuen Saison. Prominente Beispiele sind die Mozarts, die Haydn-Brüder, die Mendelssohn-Geschwister oder das Künstlerehepaar Schumann. Und, allen voran, die Familie Wagner: „Richard Wagner hat wie kaum ein anderer die Synthese aus Kunst und Leben praktiziert“, meint Enrico Calesso und markiert mit einem musikalischen Porträt von Vater Richard und Sohn Siegfried folgerichtig den Auftakt seiner neuen Sinfoniekonzertreihe. Mit auf dem Programm des ersten Sinfoniekonzerts steht Franz Liszt, Vater der zweiten Ehefrau Richard Wagners. Dirigent Calesso und Pianist Bernd Glemser gestalten die zwei Abende im Oktober 2019 mit dem Philharmonischen Orchester Würzburg in der Hochschule für Musik.

In den Würzburger Dom führt im Februar 2020 das vierte Sinfoniekonzert und bringt dort mit Gustav Mahlers dritter Sinfonie eine ganze Welt zum Klingen. Es ist ein besonderer Höhepunkt des Konzertkalenders, den das Philharmonische Orchester unter der Leitung von Enrico Calesso gemeinsam mit den Würzburger Domsingknaben und den Damen des Opernchors des Mainfranken Theaters präsentiert.

Um auch die enge Zusammenarbeit mit den Schulen weiterzuführen und allen Altersschichten kontinuierlich ein attraktives Programm zu bieten, finden sich im Spielplan der kommenden Saison zahlreiche Angebote für junge Menschen und Familien. Dazu zählen die beliebten Baby-, Familien- und Schulkonzerte, das Jugendstück Schwalbenkönig von Stefan Hornbach (Premiere 22. November 2019; ab zwölf Jahren), Der Räuber Hotzenplotz in der Weihnachtszeit (Premiere 24. November 2019; ab fünf Jahren), Gian Carlo Menottis Opernkrimi Das Medium (Premiere 15. März 2020; ab 13 Jahren) und Wie Schnuppen von den Augen (Premiere 5. April 2020; ab neun Jahren). Das in der Spielzeit 18/19 eingeführte Orchesterkarussell wird in der neuen Saison mobil und kommt, entsprechende Räumlichkeiten vorausgesetzt, direkt zu seinen jungen Zuhörern zwischen vier und zehn Jahren.

Informationen und Tickets unter
www.mainfrankentheater.de
www.mainfrankentheater.de/webshop
Tel.: 0931/3908-124

 

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