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UPProgramm des Mainfrankentheaters für die neue Spielzeit

Der Riss durch die Welt geht weiter

Leoš Janáceks Oper „Die Sache Makropulos“ unter der musikalischen Leitung von Enrico Calesso beschreibt die Suche nach dem ewigen Leben. Leoš Janáceks Oper „Die Sache Makropulos“ unter der musikalischen Leitung von Enrico Calesso beschreibt die Suche nach dem ewigen Leben. Nik Schölzel

Der genaue Zeitpunkt ist noch ungewiss: Aber in dieser Spielzeit soll sich der Vorhang im neuen Kopfbau des Mainfranken Theaters heben. Das designierte Staatstheater wird als Roten Faden das Motto „Der Riss durch die Welt“ weiterspinnen, das in der Spielzeit 21/22 nur in Ansätzen gezeigt werden konnte.

Die Vorfreude auf die kommende Spielzeit ist groß. In der Spielzeit 22/23 soll der neue Kopfbau des Mainfranken Theaters eröffnet werden. Dann stehen das neue Kleine Haus sowie interimsmäßig die größere der beiden Probebühnen für Aufführungen zur Verfügung. Musiktheater sowie Tanzproduktionen mit Orchester werden während der Sanierung des Großen Hauses weiterhin auf der Bühne der Theaterfabrik Blaue Halle geboten. Die Konzerte des Philharmonischen Orchesters finden weiterhin bis auf die Sonderkonzerte in der Hochschule für Musik statt, die Kammerkonzerte im Toscanasaal der Residenz.

Vielseitiges Programm im Musiktheater
Die Musiktheatersparte startet mit Jacques Offenbachs fantastischer Oper Hoffmanns Erzählungen in die neue Saison. Für die Inszenierung von Offenbachs letztem und unvollendet gebliebenen Bühnenwerk zeichnet Regisseurin Nicole Claudia Weber verantwortlich. In der Titelpartie des sich im Liebesrausch verzehrenden Dichters Hoffmann gibt es ein Wiedersehen mit Tenor Uwe Stickert. Mit Stickert alterniert der türkische Tenor Deniz Yilmaz.

Mit Jerry Bocks Anatevka gelangt erstmals ein echter Musicalklassiker in der Theaterfabrik Blaue Halle zur Aufführung. Als Regisseur konnte einmal mehr Tomo Sugao gewonnen werden, Bassbariton Kosma Ranuer, der erst vor wenigen Wochen im norwegischen Oslo als Fliegender Holländer debütierte, ist Tevje der Milchmann.

20 Mal ging Mozarts Zauberflöte vergangene Saison über die Bühne. Die gefeierte Inszenierung von Andreas Wiedermann (Regie) und Aylin Kaip (Bühnen - und Kostümbild) steht auch 22/23 auf dem Spielplan des Mainfranken Theaters. Parallel zur Zauberflöte arbeitete Mozart in seinem letzten Lebensjahr an einer weiteren Oper: La clemenza di Tito. In der Titelpartie gibt der mexikanische Tenor Roberto Ortiz sein Rollendebüt.

Nach Vincenzo Bellinis Capulets und Montagues steht mit Gaetano Donizettis Lucia di Lammermoor ein weiterer Höhepunkt des italienischen Belcanto-Repertoires auf dem Spielplan des Mainfranken Theaters. Dieser „vokalen Hochseilakrobatik‘‘, so Opernkenner Uwe Schweikert, wird sich die japanische Sopranistin Akiho Tsujii stellen. Für die Inszenierung zeichnen der US-Regisseur Matthew Ferraro sowie Bühnen – und Kostümbildner Pascal Seibicke verantwortlich.

Die Sache Makropulos, uraufgeführt 1926, zählt zu den großen Reifewerken des tschechischen Musikdramatikers Leoš Janácek. Pandemiebedingt musste die Oper, deren Fabel um den uralten Menschheitstraum eines ewig verlängerten Lebens kreist, in der vergangenen Saison nach nur einer Vorstellung abgesagt werden. Als Protagonistin der durch die Jahrhunderte wandelnden Emilia Marty ist die griechische Sopranistin Ilia Papandreou zu erleben.

Gian Carlo Menottis zweiaktiger Oper Das Medium ist im Grunde ein echter Krimi. Die Geschichte kreist um Madame Flora, die in Séancen Kontakt zwischen Verstorbenen und deren Angehörigen vortäuscht. Die ursprünglich bereits für März 2020 geplante Produktion soll nun im Frühjahr 2023 das Licht der Bühnenwelt erblicken. In der Paraderolle der Madame Flora: Mezzosopranistin Barbara Schöller.

Charakteristische Saisongestaltung des Schauspiels
Der Start in die Spielzeit 22/23 erfolgt mit einem Doppelabend des meistgespielten Gegenwartsautors: Roland Schimmelpfennig. Seine Stücke Der Kreis um die Sonne und Der Riss durch die Welt dokumentieren die Einbettung Würzburgs in die nationale zeitgenössische Theaterszene, die bislang durch den Mangel an adäquaten Spielstätten weniger möglich war (Regie: Markus Trabusch). Samuel Becketts Warten auf Godot wird das Potential der neuen Bühne für die modernen Klassiker aufzeigen und Lessings zentraler Klassiker Emilia Galotti die Bandbreite des möglichen Repertoires dieser Spielstätte vervollständigen.

Auf dem Spielplan der Probebühne steht Elfriede Jelinek mit In den Alpen und beim Liederabend Sehnsuchtswild im Kleinen Haus erzählen Schauspielerinnen und Schauspieler des Ensembles eigene, selbstgeschriebene Geschichten. Zudem wird es Wiederaufnahmen von Produktionen vergangener Spielzeiten geben: Die Comedian Harmonists, Yasmina Rezas Kunst, sowie Grenzen des israelischen Autors Nimrod Danishmanen. Einen gewichtigen Schwerpunkt im Spielplan bilden Produktionen für junges Publikum, wie Der Zauberer von Oz und weitere Stücke.

Neue Heimat für die Tanzcompagnie
Mit einem verglasten Ballettsaal wird der Tanzcompagnie wieder eine eigene Räumlichkeit zur Verfügung stehen. Alice im Wunderland ist der erste Handlungsabend von Ballettdirektorin Dominique Dumais in Würzburg. Dabei lässt sie sich von den skurrilen Charakteren aus Lewis Carolls Klassiker zu einem amüsanten und zugleich tiefgründigen Stück inspirieren. Die Produktion Tanzen bis in die Puppen zelebriert das Tanzen ebenso wie das Zusammenkommen.

Der dreiteilige Tanzabend Bis dass der Tod uns scheidet beschäftigt sich mit menschlichen Beziehungen als elementare Bestandteile des Lebens und das Tanzstück Chaplin! betrachtet das Leben des bekannten Stummfilmkomikers als Gegenüberstellung der Kunstformen Film und Theater. Musikalisch begleitet wird es vom Philharmonischen Orchester Würzburg. Auch die Reihe der TanzXperimente wird weiter fortgesetzt: Auf der Probebühne zeigt die Tanzcompagnie ihre individuellen künstlerischen Visionen.

Philharmonisches Orchester
Gast der sechs Sinfoniekonzerte sind u. a. die Pianistin Sofja Gülbadamova und Dirigent Finnegan Downie Dear. Das traditionelle Konzert zum Jahreswechsel, die Italienische Nacht, Familienkonzerte und anspruchsvolle Kammermusikkonzerte sind ebenfalls wieder im Programm — mit zeitgenössische Kompositionen von Giorgio Battistelli und Christoph Ehrenfellner, aber auch Anton Bruckners 4. Sinfonie („Die Romantische“).

Zu den Highlights der Saison zählen gleichermaßen Konzertevents wie My Way — A Tribute to Frank Sinatra oder Konzertabende im Rahmen des Mozartfests (Nachtmusik am 9. Juni 2023 , Kaisersaalkonzert am 28. Juni 2023).

Aktuelle Informationen und Tickets unter
www.mainfrankentheater.de und
Theaterkasse Tel.: 0931/3908-124.

 

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